RECYCLING-TECHNIK 2018

Sie befinden sich hier > URBAN MINING E.V. > HOME > STRATEGIE

 

Urban Mining kann als eine Strategie bestehend aus vier Säulen dargestellt werden:

 

Design for Urban Mining
Ressourceneffizienz bereits im Produktdesign

 

Gestaltung von Produkten, Gebäudenund Systemen nach den Gesichtspunkten der langfristigen Mehrfachnutzung: Heutige Güter können oft nur schwer in einzelne Stoffe zerlegt und damit effizient wiederverwendet bzw. wiederverwertet werden. Zukünftig sollen die Aspekte eines zweiten und mehrfachen Stofflebens bereits beim Design berücksichtigt und in das Produkt eingebaut werden.


Ressourcenkataster
Bewahrung der Stofflichen Information

Vor allem bei Gütern mit langer Lebensdauer fehlen am Ende der Lebensdauer Informationen über Art, Menge und Zusammensetzung der Güter. Zukünftig sind die bei der Herstellung bzw. beim Bau vorhandenen Informationen zu konservieren, sodass sie am Ende der Lebensdauer für die Rückgewinnung zur Verfügung stehen. Denkbar sind ein Produktpass (Gebäude- oder Ressourcenpass) sowie Ressourcenkataster auf regionaler und überregionaler Ebene: Sie geben darüber Auskunft, wo welche Stoffe in welcher Konzentration vorhanden sind und wann diese ihr Lebensende erreichen werden.

 

Urbane Prospektion
Vom Recycling zum Ressourcenmanagement


Im Bergbau werden geologische, geophysikalische und geochemische Methoden der Prospektion zur Suche und Erkundung von neuen Lagerstätten angewandt. Auch für Urban Mining benötigt man entsprechende Methoden zum Finden und zur Bewertung von urbanen Lagerstätten. Um Urban Mining wirtschaftlich konkurrenzfähig  zu gestalten, ist es notwendig, entsprechende Methoden zur Prospektion urbaner Rohstoffe zu entwickeln.

 

Ressourcenrückgewinnung
Innovative Ressourcentechnologien


Das Wissen über die Menge, Spezifizierung und Verortung von sekundären Ressourcen ist die eine Vorbedingung für erfolgreiches Urban Mining. Die zweite Vobedingung ist, dass Technologien verfügbar sind, um aus den vorhandenen Sekundärressourcen die wertvollen Stoffe von den wertlosen und den Schadstoffen auf wirtschaftliche Art und Weise zu trennen. Hier besteht eine große Lücke. In Zukunft werden neue High-Tech-Prozesse zu entwickeln sein, die die komplexen Gemische, die morgen aus den heutigen Stofflagern in die Sekundärstoffwirtschaft eintreten, auftrennen können. Dazu sind physikalische, physikalisch-chemische wie auch chemische Prozesse zu entwickeln, die mit wenig stofflichem und energetischem Aufwand die Gewinnung von wertvollen, sauberen Produkten erlauben. Für die langfristig umweltverträgliche Entsorgung der Rückstände müssen sichere letzte Lagerstätten zur Verfügung gestellt werden. Eine auf diesen vier Säulen aufgebaute Bewirtschaftung von Inhaltstoffen des anthropogenen Lagers geht als Urban Mining weit über ein bloßes Recycling hinaus. Wie beim traditionellen Bergbau wird es auch beim Urban Mining und dem dadurch beeinflussten Bauen generell, eine Weile dauern, bis die neuen Ansätze und Technologien entwickelt und umgesetzt werden. Die Zeit ist reif, die anthropogenen Lager sind voll und werden fortwährend weiter gefüllt. Jetzt gilt es, die neuen Chancen zu nutzen.

Urban Mining - Die Zielvorgaben

> Das bestehende anthropogene Lager stofflich und hinsichtlich einer zukünftigen Exploration zu beschreiben und dokumentieren.

> Den zukünftigen Lagerzuwachs so zu gestalten, dass zukünftig hohe Rückflussquoten von Rohstoffen erzielt werden können.

> Die methodischen und technischen Grundlagen für die optimale Nutzung der Ressourcen aus dem anthropogenen Lager zu entwickeln.

Quelle:
Prof. Dr. Paul H. Brunner, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft, TU Wien

Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, Institut für Wasser - Ressourcen - Umwelt, FH Münster

Partner:








Mitgliedsvereine:










Initiativen: